Sonntag, 5. Juni, 2011
Es handelt sich hier um einen Feiertag der Venezianischen Republik zu Christi Himmelfahrt (im venezianischen Dialekt “sensa”).
Man feiert die Vermählung der Serenissima mit dem Meer.
Diese Zeremonie ist um das Jahr 1000 n.Chr. entstanden und bestand aus einer feierlichen Boots-Prozession, der das Schiff des Dogen (seit 1253 der “Bucintoro”) vorausging, und die aus der Lagune über die Lagunenausfahrt des Lido ins offene Meer hinausführte. Hier in den Gewässern vor der dem Heiligen Nikolaus gewidmeten Kirche, dem Schutzpatron der Schiffer, wurde ein Gebet aufgesagt, damit “für uns und für alle, die das Meer befahren, dieses ruhig und still sein möge”; anschließend wurden der Doge und alle Anwesenden mit geweihtem Wasser besprengt. Das nicht versprengte Wasser wurde dann ins Meer gegossen, während die Priester “Asperges me hyssopo, et mundabor” sangen. Als Abschluss warf der Doge einen geweihten Ring ins Meer, mit den Worten “Mit dir, Meer, vermählen wir uns, zum Zeichen der wirklichen und dauerhaften Herrschaft.”, und erklärte somit Venedig und das Meer unauflösbar vereint und den Besitz über das Adriatische Meer bekräftigt.
« Desponsamus te, mare. In signum veri perpetuique dominii. »
Dieses Fest mit der Vermählungszeremonie mit dem Meer ist auch heute noch sehr stark im Herzen der Venezianer verankert, die zahlreich mit Booten auffahren und dem Aufzug der historischen Schiffe folgen um an der Vermählung dieser dem Meer entrissenen Lande, die aber dem Meer verbunden waren und es immer im Guten wie im Schlechten bleiben werden, teilzuhaben.